Siemens-Technik in der Stuttgarter Stadtbibliothek

Anspruchsvolle Lösung für eine hochwertige Architektur

Montag, 15. Oktober 2012

Der markante Würfel, den der koreanische Architekt Eun Young Yi für die neue Stuttgarter Stadtbibliothek am Mailänder Platz entworfen hat, setzt nicht nur architektonisch Maßstäbe, sondern stellt auch besondere Anforderungen an die eingesetzte Sicherheits- und Elektrotechnik. Siemens setzte diese Anforderungen in einem ganzheitlichen Konzept um.

Innenbau der Stuttgarter Bibliothek
Die offene Architektur ohne feuerbeständige Trennwände der Bibliothek stellt hohe Ansprüche an den Brandschutz.

Der 40 Meter hohe Neubau der Stuttgarter Stadtbibliothek mit rund 20.000 Quadratmetern Brutto-Grundfläche zeichnet sich durch großzügig offene Geschosse aus. Aus Sicht des Brandschutzes ergeben sich daraus zwei übereinander liegende, überhohe Rauchabschnitte ohne feuerbeständige Trennwände. Um dennoch einen Vollschutz nach der Norm DIN VDE 0833-2 Anhang G zu gewährleisten, ergänzen 800 automatische Rauchmelder von Siemens die Sprinkleranlage. Lösen sie aus, wird die Lüftungsanlage zur Entrauchung genutzt. Darüber hinaus installierte die Siemens-Sektor Infrastructure & Cities  fünf Zutrittskontrollleser sowie 3900 Leuchten, 380 Fassadenleuchten und 680 Lautsprecher. Sämtliche sicherheitstechnischen Systeme sind zur Überwachung rund um die Uhr auf eine Siemens-Leitstelle aufgeschaltet. Bei einem Brand können so Feuerwehr und Rettungsdienst schnell und zielgerichtet koordiniert werden.

Außerdem realisierte der Siemens die gesamte Mittel- und Niederspannungs-Energieverteilung in dem repräsentativen Gebäudekubus und den beiden Nebenbaukörpern. Das zugrunde liegende Konzept „Totally Integrated Power (TIP“) gewährleistet dank exakt aufeinander abgestimmter Produkte und Systeme sowie durch technische Support-Leistungen in der Planungsphase eine durchgängige und damit sehr effiziente und zuverlässige Energieverteilung von der Mittelspannungseinspeisung bis zur Verbrauchsstelle.

Insgesamt umfasst die Siemens-Lösung für Mittel- und Niedrigspannungsverteilung im Gebäude der neuen Stuttgarter Stadtbibliothek Niederspannungs-Schaltanlagen mit 19 Feldern, 65 Installationsverteiler, 200.000 Meter Stromleitungen, 150.000 Meter Datenleitungen und 28 Schränke für das passive Datennetz (zur physischen und logischen Umsetzung der Vernetzung von IT-Netzwerken sind passiven Komponenten wie Kupfer- und Glasfaserkabel, Verteilerschränke, Patchpanel und Anschlussdosen sowie aktive Komponenten wie Router und Switche erforderlich, um die Funktionalität zu gewährleisten).

Über die neue Stuttgarter Stadtbibliothek am Mailänder Platz

Die Gebäudehülle der Stadtbibliothek ist als Doppelfassade konzipiert, die aus einer Glasbausteinebene und einer inneren Pfosten-Riegel-Fassade mit Sonnenschutz als thermische Gebäudehülle besteht. Das ringförmig angeordnete Foyer ist von allen Seiten zugänglich. Von hier aus beginnen die Bibliotheksbesucher ihren Gang über die Treppen oder fahren mit dem Lift zum Lesesaal, der Cafeteria oder ins Dachgeschoss. Das 2011 eröffnete Gebäude macht den Bürgern bis zu 500.000 Medien zugänglich und ist zudem Treffpunkt für kulturelle Veranstaltungen. Die Innenarchitektur wurde vor Kurzen auf die Shortlist des „Global Award for the very best in Interior and Architecture“ des Architekturmagazins AIT gewählt.

Quadratischer Bau der Stuttgarter Biblkiothek
Der 40 Meter hohe Neubau der Stuttgarter Stadtbibliothek setzt neue architektonische Maßstäbe und stellt gleichzeitig besondere Anforderungen an die Sicherheits- und Elektrotechnik. Siemens setzte diese Anforderungen in einem ganzheitlichen Konzept um.