ISH 2011: Siemens-Innovationen machen Gebäude effizienter

Donnerstag, 3. Februar 2011

Auch in hoch wärmegedämmten Gebäuden mit energieeffizienter Anlagentechnik haben es die Nutzer in der Hand, ob der Energieverbrauch „im grünen Bereich“ liegt: Die Siemens-Division Building Technologies bringt deshalb ein Raumbediengerät mit Green-Leaf-Anzeige auf den Markt, das den aktuellen Effizienzstatus signalisiert. Darüber hinaus präsentiert Siemens auf der ISH 2011 in Frankfurt am Main eine ganze Reihe an bedarfsorientierten Automationslösungen sowie eine neue Generation von Stellantrieben, die eine maximale Gebäudeeffizienz langfristig absichern.

Viele Gebäudebetreiber stellen nach einigen Jahren fest, dass die rechnerischen Energiesparziele im realen Betrieb nicht dauerhaft erreicht werden. Ursache ist die oft fehlende Transparenz für den Nutzer, in welcher Konsequenz die von ihm vorgenommenen Sollwertänderungen den Energieverbrauch beeinflussen. Dies gilt insbesondere für klimatisierte Räume, die zusätzlich mit Licht- und Sonnenschutzsteuerungen ausgestattet sind. Vor diesem Hintergrund hat Siemens eine innovative Green-Leaf-Anzeige für Raumbediengeräte der Serie QMX3 entwickelt, die den Nutzer aktiv in das Energiemanagement des Raumes einbezieht: Durch Aufleuchten eines farbigen Blattes im Display wird entweder die energiesparende Betriebsweise bestätigt (grünes Blatt) oder auf unnötigen Energieverbrauch (rotes Blatt) hingewiesen. Mit einem einfachen Druck auf die Anzeige schaltet die Raumregelung in den energieeffizienten Betriebsstatus. Die Green-Leaf-Anzeige ist eine Funktion der Desigo Total Room Automation (TRA) – ein frei programmierbares Raumautomationssortiment für das Gebäudeautomationssystem Desigo ab Version 5.0.

Die Besonderheiten der Raumcontrollergeneration PXC3 sind die integrierte Gesamtlösung für die Disziplinen HLK, Licht und Jalousien sowie die direkte Einbindung des Raumcontrollers auf der PX-Automationsebene. Dadurch können Primäranlagen, das heißt Wärmeerzeuger, RLT-Zentralgerät und Kälteerzeuger, direkt von den Bedarfssignalen der Räume angesteuert werden. Durch diese direkte Kommunikation über BACnet/IP werden Wärme- bzw. Kälteerzeuger und RLT-Anlagen sowie deren Regelungsgruppen nur dann und nur mit der Leistung in Betrieb gesetzt, die aus den Räumen tatsächlich angefordert wird. Allein mit dieser Funktion sind Energieeinsparungen von bis zu 25 Prozent ohne Komfortverzicht möglich. Ein weiterer Vorteil dieser TRA-Lösung liegt darin, dass die am Markt bestehende Gewerketrennung zwischen HLK- und Elektroinstallation auf der Raumebene problemlos überbrückt werden kann.

50 Prozent Energieeinsparung bei Klimaanlagen

Eine weitere Neuheit innerhalb des Gebäudeautomationssystems Desigo ist die Regelungs- und Steuerungsstrategie AirOptiControl für Lüftungs- und Klimaanlagen, die Siemens zusammen mit der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services (SCS) entwickelt hat. Bei gleichbleibend hoher Qualität des Raumklimas ermöglicht AirOptiControl durch die konsequente Ausrichtung am tatsächlichen Bedarf Energieeinsparungen von bis zu 50 Prozent (im Vergleich zu konventionellen Regelungskonzepten). Gleichzeitig sind die Regelgüte höher und der Verschleiß bei den Antrieben niedriger. Durch den modularen Aufbau sind mehrere Varianten für die Regelung von Luftaufbereitungsanlagen und variable Volumenstromregler sowie für die Ventilator-Optimierung möglich. Als integraler Bestandteil des Gebäudeautomationssystems Desigo lassen sich die verschiedenen AirOptiControl-Applikationen auch graphisch über die Bedienoberfläche Desigo Insight darstellen, Trendkurven aufzeichnen und Soll-/Ist-Werte dokumentieren. Diese Zusatzfunktionen erlauben eine effiziente Kontrolle und Optimierung des Energieverbrauchs bzw. der Energiekosten. Der Regelungsbaustein entspricht damit der höchsten Energieeffizienzklasse nach EN15232 – Energieeffizienz von Gebäuden, Einfluss von Gebäudeautomation und Gebäudemanagement.

Neuerungen bietet Siemens auch im Bereich des Erstausrüstersortiments an. Dabei geht es unter anderem darum, Heizkessel-, Wärmepumpen- und Heizungsregler noch intelligenter mit solaren Trinkwassererwärmungsanlagen bzw. solaren Heizungsanlagen via Pufferspeicher miteinander zu verknüpfen. Besonders interessant ist der RVC-Regler für die neue Generation von Mikro-KWK-Geräten mit Stirling Motor. Die elektronische Regelung übernimmt dabei nicht nur die klassischen Heizungsfunktionen und die Trinkwassererwärmung, sondern überwacht auch die Elektrorückspeisung in das öffentliche Stromnetz.

Schnelle und sichere Installation von HLK-Anlagen

Mindestens genauso wichtig wie präzise Regelungen und Steuerungen sind Stellventile und deren Handhabung. Siemens hat deshalb sein Acvatix-Sortiment komplett überarbeitet und an die heutigen Anforderungen bei Installation, Inbetriebnahme und Wartung angepasst. Neu ist das ergonomisch geformte Handrad, das eine von der Einbaulage unabhängige werkzeuglose Handbedienung der Antriebe gestattet, insbesondere im Not- und Servicefall. Dank einer integrierten Leuchtdiode kann der Betriebsstatus auch aus der Entfernung gut erkannt werden, ebenso ist die Positionsanzeige des Antriebes aus vielen Blickwinkeln klar zu sehen, was insbesondere die Inbetriebnahme vereinfacht. Die konstruktive Verbindung von Ventil und Antrieb ist bei den neuen Ventilantrieben so gestaltet, dass eine fehlerhafte Montage praktisch ausgeschlossen ist. Die neuen Antriebe sind mit moderner EC-Motorentechnik ausgestattet und eigenen sich auch für die Modernisierung bestehender HLK-Anlagen, da sie mit allen Acvatix-Produkten der letzten 30 Jahre kompatibel sind.

Mit den zahlreichen Innovationen in allen Marktsegmenten unterstreicht Building Technologies ihre marktführende Rolle bei der Umsetzung aktueller Trends in der Geräte- und Gebäudetechnik.

Die an der ISH präsentierten Produkte und Lösungen sind Teil des Siemens-Umweltportfolios, mit dem das Unternehmen im Geschäftsjahr 2010 einen Umsatz von rund 28 Milliarden Euro erzielte. Das macht Siemens zum weltweit größten Anbieter von umweltfreundlicher Technologie. Kunden haben mit entsprechenden Produkten und Lösungen des Unternehmens im selben Zeitraum 270 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) eingespart, das ist so viel, wie Hongkong, London, New York, Tokio, Delhi und Singapur in Summe an CO2 jährlich ausstoßen.