Energiewende – der Weg
in ein neues Stromzeitalter

Ziel ist eine höhere Energieeffizienz und die Balance zwischen erneuerbaren und fossilen Energien sowie zwischen dezentralen Kleinanlagen und Großkraftwerken.

In Deutschland ist die Energiewende politisch auf den Weg gebracht worden. Bei der Umsetzung, die weltweit beobachtet wird, ist die größte Wegstrecke noch zu gehen. Wenn die notwendigen Voraussetzungen dafür geschaffen werden, kann die Energiewende gelingen. Sie ist eine große Chance für das Land.

Bis zum Jahr 2022 sollen alle deutschen Kernkraftwerke abgeschaltet werden. Die Planungen der Bundesregierung umfassen außerdem die Entwicklung neuer Energiespeicher, den Ausbau der Netze, die Verbesserung konventioneller Kraftwerke als Brückentechnologie und vor allem die Steigerung der Energieeffizienz. Auch erneuerbare Energien wie vor allem Windenergie und Wasserkraft gewinnen immer mehr an Bedeutung.

Siemens ist überzeugt, dass sich die ehrgeizigen Pläne für dieses beispiellose Umbauprojekt verwirklichen lassen. Mit seinem umfangreichen Umweltportfolio kann das Unternehmen einen wesentlichen Beitrag hierzu leisten. Zum Portfolio gehören hocheffiziente Gas- und Dampfturbinenkraftwerke, verlustarme Stromverbindungen und intelligente Stromnetze (Smart Grids) ebenso wie intelligente Gebäudetechnik, effiziente Verkehrsmittel, energiesparende Antriebe und Industrielösungen. Bei den erneuerbaren Energien ist Siemens ebenfalls ein führender Anbieter und steuert etwa sein weltweit wachsendes Windgeschäft von Hamburg aus.

Die Energiewende erfordert ein komplexes Puzzle an Maßnahmen – und Siemens kann alle dafür notwendigen Lösungen anbieten.

Energieeffizienz und das Smart Grid

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Energieeffizienz und das Smart Grid

Verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen

Energieeffizienz betrifft alle Formen der Energieumwandlung – von der wirkungsvollen Stromerzeugung, über Transport und Verteilung elektrischer Energie und Wärme bis zur sparsamen Nutzung in Industrie, Gebäuden und im Verkehr. Die Einsparmöglichkeiten sind mit der heute verfügbaren Technik enorm. Als weltweit einziges Unternehmen unterstützt Siemens Kunden dabei mit eigenen Produkten und Lösungen – umweltschonend und kostensparend.

Die Energiewende – ein komplexes Puzzle an Maßnahmen

Siemens ist überzeugt, dass die Energiewende in Deutschland gelingen kann. Um dieses beispiellose Umbauprojekt, das gleichzeitig die Lebensqualität der Menschen und die Wirtschaftskraft des Landes steigern soll, zum Erfolg zu führen, gilt es zunächst eine Reihe von Herausforderungen zu überwinden. Beispielsweise ist eine Balance zwischen erneuerbaren und fossilen Energien sowie zwischen dezentralen Kleinanlagen und Großkraftwerken zu schaffen und gleichzeitig die Grundlastfähigkeit des Systems zu erhalten.

Wenn dies gelingt, kann die Energiewende einen Innovationsschub auslösen, eine vorbildliche Strominfrastruktur schaffen und die Exportkraft von Klimaschutz- und Umwelttechnologien aus Deutschland weiter stärken. Vor allem neun Maßnahmen sind dafür nötig, den Anteil der Erneuerbaren bis zum Jahr 2050 auf bis zu 80 Prozent des Strommixes zu erhöhen und die Treibhausgasemissionen im selben Zeitraum um bis zu 80 Prozent zu reduzieren.

1. Die erneuerbaren Energien wettbewerbsfähig machen

Wenn schon ab 2030 rund die Hälfte des Stroms in Deutschland aus erneuerbaren Energien stammen soll (und 2050 rund 80%), dann müssen diese auch ohne Subventionen wettbewerbsfähig sein. Insbesondere bei Windenergie ist dieses Ziel erreichbar – Innovationen, die Siemens Wind Power derzeit vorantreibt, sollen die Kilowattstunde aus Windstrom so kostengünstig machen wie die aus Kohle. Das reicht von neuen, wie ein arabisches Schwert geformten Rotorblättern über getriebelose Turbinen sowie lernfähige Software, die die Windlast auf die Rotoren optimal einstellt, bis zur Automatisierung der Fertigung und bis zu den weltweit längsten Rotorblättern für die leistungsfähigsten Windkraftanlagen auf dem offenen Meer.

Erfahren Sie mehr über Siemens-Lösungen zur Nutzung der Windenergie. (Englisch)

2. Verlustarme Stromautobahnen verlegen

Erneuerbare Energien sollten vor allem dort genutzt werden, wo sie reichlich anfallen: Wind auf dem offenen Meer und Sonne in sonnenreichen Gegenden. Es gilt also, die Fernnetze auszubauen: über Landesgrenzen ebenso wie mit klassischen Hochspannungsleitungen, unterirdisch verlegten Kabeln oder besonders effizienten Stromautobahnen mit der Technik der Hochspannungsgleichstromübertragung (HGÜ). Dass mit HGÜ beispielsweise bei einer Entfernung von 1.400 Kilometern und einer Übertragungsleistung von 5.000 Megawatt rund 95 Prozent des Stroms noch bei den Verbrauchern ankommt, beweist Siemens mit einer HGÜ in China. Mit herkömmlichen Wechselstromleitungen wären die Verluste zwei- bis dreimal so hoch.

3. Energiespeicher entwickeln und ausbauen

Eine weitere Herausforderung: Strom aus Wind und Sonne fluktuiert je nach Wetterlage. Stromspeicher, die überschüssige Energie über Stunden, Tage und notfalls sogar Wochen speichern können, sind daher ein Muss. Pumpspeicherkraftwerke sind in Deutschland kaum ausbaubar – aber Überschussstrom kann auch genutzt werden, um in Elektrolyse-Anlagen umweltfreundlichen Wasserstoff zu erzeugen. Dieser wiederum lässt sich ins Erdgasnetz einspeisen, in unterirdischen Kavernen speichern, in Strom zurückverwandeln und in Brennstoffzellen-Fahrzeugen nutzen. Zudem können Batterien in Gebäuden oder in Elektroautos als Zwischenspeicher für Strom dienen.

Energiespeichersysteme auf Basis von Lithium-Ionen-Akkumulatoren wie Siestorage (Siemens Energy Storage) helfen weitere Herausforderungen für die Verteilnetze zu lösen, die durch die Nutzung von dezentralen erneuerbaren Energiequellen entstehen: Netzstabilität, Integration dieser Quellen ins Netz, Regelenergiereserven, Spannungs- und Versorgungsqualität sowie Lastspitzenmanagement.

Ein weiteres Anwendungsgebiet von Energiespeichern ist die Notstromversorgung sensibler industrieller Produktionsprozesse, von Rechenzentren und beispielweise Krankenhäusern. Darüber hinaus gibt es Energiespeicherlösungen für energieeffiziente Gebäude, Inselnetze, kleinere autarke Eigenbedarfsnetze, für das öffentliche Verkehrswesen und für Anwendungen in der Elektromobilität. Siemens forscht auf allen diesen Feldern.

4. Hocheffiziente konventionelle Kraftwerke nutzen

Wenn plötzlich Flaute herrscht oder Wolken vor die Sonne ziehen, müssen Stromschwankungen schnell ausgeglichen werden. Hierfür eignen sich besonders gut schnellstartfähige Gaskraftwerke. Außerdem sind sie in Kombination mit Dampfturbinen extrem effizient: Das weltweit effizienteste Kraftwerk von Siemens ist in der Lage, fast 61 Prozent der Energie des Erdgases in Strom zu verwandeln – damit benötigt es rund ein Drittel weniger Brennstoff pro Kilowattstunde als der Durchschnitt der weltweit installierten Gaskraftwerke. In weniger als 30 Minuten kann so ein Kraftwerk vom Stillstand auf eine Leistung gebracht werden, die ausreicht, eine Stadt wie Berlin mit Strom zu versorgen. Und seine Abwärme kann zudem noch für Heizungszwecke genutzt werden.

Weltweit wird auch noch der Brennstoff Kohle auf lange Sicht ein Eckpfeiler der Energieversorgung bleiben – zu groß sind die Kohlereserven und zu kostengünstig der damit erzeugte Strom. Doch auch Kohlekraftwerke lassen sich mit neuen Technologien wesentlich effizienter und sauberer machen. In Zukunft sollen sie Wirkungsgrade von 50 Prozent erreichen. Wären alle Kohlekraftwerke weltweit so effizient, so würde dies gegenüber dem heutigen Stand pro Jahr 3,7 Milliarden Tonnen CO2 einsparen – fast so viel, wie die gesamte Europäische Union emittiert. Zudem lässt sich CO2 aus den Abgasen konventioneller Kraftwerke abtrennen, unterirdisch lagern, oder auch technisch nutzen. Beispielsweise arbeiten Siemens-Forscher daran, über Algen das Treibhausgas in Biomasse und damit in Rohstoffe für Biosprit oder Biokunststoffe zu verwandeln oder aus CO2 und Wasserstoff Methan oder Methanol zu erzeugen.

5. Smart Grids: Die Stromnetze intelligenter machen

Speisten vor 15 Jahren noch wenige Hundert Energieerzeuger Strom in die deutschen Netze, so werden dies künftig Millionen sein: ob Solar-, Wind- oder Biomasseanlagen oder kleine Blockheizkraftwerke im Keller. Die bisherigen Konsumenten von Energie werden immer mehr auch zu Produzenten, zu „Prosumern“. Diese Tatsache und die fluktuierenden Einspeisungen der erneuerbaren Energien, die zu stark schwankenden Strompreisen führen werden, machen intelligente Stromnetze für die Stromverteilung nötig. Wie diese schon heute funktionieren können, zeigt Siemens mit Kooperationspartnern zum Beispiel in Wildpoldsried im Allgäu Hier produzieren die Anwohner mit Photovoltaik, Biomasse und Windkraft mehr als dreimal so viel Strom, wie sie selbst verbrauchen, und sie nutzen zudem Elektroautos. Das Smart Grid sorgt für Stabilität im Netz und es balanciert Erzeugung und Verbrauch aus. Es nutzt dafür eine Vielzahl von Messsensoren ebenso wie regelbare Netzkomponenten oder sich selbst organisierende Software-Module.

6. Verbrauchssteuerung: Den Verbrauch an das Angebot anpassen

Bei Kühlhäusern oder Klimaanlagen spielt es meist keine Rolle, wenn sie kurzzeitig abgeschaltet werden – genauso wie es kaum auffällt, wenn ein Aufzug einmal etwas langsamer fährt. Es gibt viele derartige Möglichkeiten, den Stromverbrauch gezielt zu senken, wenn das Angebot niedrig und die Strompreise hoch sind. Mit diesem sogenannten Demand Management, das derzeit vor allem in den USA genutzt wird, lassen sich Stromnetze entlasten. Siemens-Forscher tüfteln derzeit etwa an Gebäudeautomatisierungssystemen, die den Stromverbrauch in Echtzeit an Preisschwankungen anpassen und so Verbrauchsspitzen abflachen.

7. Effiziente Energienutzung: Energie sparen und Energie effizienter verbrauchen

Der sauberste Strom ist immer der, der nicht verbraucht wird. Hierin steckt einer der größten Hebel für die nachhaltige Energieversorgung der Zukunft. So gibt es etwa in der Industrie noch erhebliche Einsparpotenziale: Elektromotoren verbrauchen heute fast zwei Drittel des industriell genutzten Stroms, etwa für Antriebe oder Pumpen. Mit Energiesparmotoren und intelligenten Regelungen von Siemens lässt sich deren Stromverbrauch um bis zu 60 Prozent senken – eine solche Investition rechnet sich allein durch die Energieeinsparung in weniger als zwei Jahren. Ähnliches gilt im Verkehr: Elektromotoren, ob in Bussen, Bahnen oder Elektroautos, sind rund dreimal effizienter als Verbrennungsmotoren. Bei Gebäuden, die weltweit mit 40 Prozent des Energieverbrauchs zu Buche schlagen, lässt sich ebenfalls viel erreichen, etwa über Wärmedämmung und Wärmepumpen, intelligente Gebäudetechnik und eine effiziente Beleuchtung. Auch Haushaltsgeräte bieten ein enormes Einsparpotenzial: Mit modernen Geräten lässt sich der Stromverbrauch gegenüber denen aus den 1990er-Jahren mehr als halbieren.

8. Intelligente Finanzierungslösungen anbieten

Vor allem bei Kommunen und Städten sind intelligente Finanzierungslösungen notwendig, damit trotz knapper Kassen der Energieverbrauch deutlich gesenkt werden kann. Ein Beispiel ist das Energiespar-Contracting für Gebäudetechnik von Siemens – eine Kombination aus Beratung, Installationsleistung und Finanzierung. Dabei braucht der Kunde keinerlei Erstinvestition zu tätigen, er begleicht seine Raten einfach mit den eingesparten Energiekosten. Weltweit hat Siemens so mehr als 4.700 Gebäude modernisiert – mit Einsparungen von rund einer Milliarde Euro und einer CO2-Reduktion von über 9,8 Millionen Tonnen. Das ist mehr als eine Großstadt pro Jahr ausstößt.

9. Die Versorgungssicherheit gewährleisten

Bei allen Maßnahmen, die die Energiesysteme grundlegend verändern, hat ein Ziel oberste Priorität: Energie muss auch in Zukunft jederzeit zuverlässig verfügbar sein und bezahlbar bleiben. Stromausfälle – Blackouts – gilt es in jedem Fall zu vermeiden, und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Industrie darf nicht durch zu hohe Energiekosten gefährdet werden. Daher müssen die verschiedenen Maßnahmen des Energie-Puzzles sorgfältig geplant und umgesetzt werden. Nur wenn sie von der Bevölkerung akzeptiert sind und perfekt ineinander passen, wird der Umbau des Energiesystems zum Erfolgsmodell, und die eingesetzten Lösungen werden zu Exportschlagern auf den Weltmärkten.

Erneuerbare Energien wettbewerbsfähig machen – insbesondere bei Windenergie ist dieses Ziel erreichbar.

Erneuerbare Energien wettbewerbsfähig machen – insbesondere bei Windenergie ist dieses Ziel erreichbar.

Siemens wird einen maßgeblichen Beitrag zur Energiewende leisten und engagiert sich für eine nachhaltige Energieversorgung. Dafür erhöhen wir die Effizienz von konventionellen Kraftwerken, erweitern den Einsatz von erneuerbaren Energien und entwickeln energiesparende Lösungen für Gebäude, Beleuchtung, Verkehr und Industrie.

Schonender Umgang mit Ressourcen

Konsequente Energieeffizienz beginnt bei der Förderung und Verarbeitung fossiler Rohstoffe und setzt sich über alle Schritte der Energieumwandlung fort. Das Ziel besteht darin, in den Kraftwerken möglichst viel der eingesetzten Primärenergie in Strom und nutzbare Wärme umzuwandeln.

In der Öl- und Gasindustrie wird die meiste Energie für das Pumpen und Verdichten der Rohstoffe in den Produktions- und Transportprozessen verbraucht. Elektrische Lösungen können diese Prozesse effizienter machen. Siemens bietet als einziger Anbieter Stromerzeugung, Stromversorgung, elektrische Antriebssysteme und Verdichterlösungen aus einer Hand.

Mehr Strom aus weniger Brennstoff

Die Zukunft der Stromerzeugung liegt in einem ausgewogenen Energiemix. Dabei spielen fossile Brennstoffe nach wie vor eine wichtige Rolle, denn sie bilden die stabile Basis für eine zuverlässige Energieversorgung. In der fossilen Energieerzeugung steckt ein besonders hohes Potenzial, die Energieeffizienz zu verbessern – vor allem in der Erneuerung von Kohlekraftwerken. Deren Wirkungsgrade, die bisher bei etwa 30 Prozent liegen, können durch spezielle energiesparende Techniken von Siemens bis auf 46 Prozent gesteigert werden. Im westfälischen Lünen baut Siemens ein Kohlekraftwerk, das bis 2015 eine Energieeffizienz von bis zu 50 Prozent erreichen soll.

Energieeffizient: die leistungsstärkste Gasturbine der Welt

Energieeffizienz von mehr als 60 Prozent: Die leistungsstärkste Gasturbine der Welt, SGT5-8000H, ist Herzstück des Gas- und Dampfturbinen (GuD)-Kraftwerks Irsching 4.

Mit einer Energieeffizienz von über 60 Prozent haben moderne Gas- und Dampfkraftwerke den besten Wirkungsgrad bei der fossilen Stromerzeugung. Das Gas- und Dampfturbinenkraftwerk Irsching 4 bei Ingolstadt erreicht mit der Gasturbine SGT5-8000H unter ihnen den weltweit höchsten Wirkungsgrad von 60,75 Prozent und ist damit die umweltfreundlichste fossilbefeuerte Anlage. Am 11. Februar 2012 wurde Siemens deswegen mit den Innovationspreis der deutschen Wirtschaft ausgezeichnet. Diese Kraftwerke lassen sich zudem sehr schnell hochfahren („Fast Cycling“) und sind damit bestens geeignet, im Verbund mit Wind- und Solarkraftwerken deren naturgegebene Schwankungen auszugleichen. Noch effizienter sind Kraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung, die gleichzeitig Strom, Wärme oder Prozessdampf (Wasserdampf) abgeben und so einen energetischen Nutzungsgrad von bis zu 90 Prozent erreichen.

Erneuerbare Energien optimal nutzen

Mit Technologien für Wind- und Hydropower hat Siemens heute schon Antworten für die größten Herausforderungen unserer Gesellschaft. Erneuerbare Energien spielen eine immer wichtigere Rolle, um den stetig steigenden Strombedarf bei gleichzeitig schwindenden Rohstoffen zu decken – gerade auch im Hinblick auf die Energiewende.

Als Weltmarktführer bei Offshore-Windkraftanlagen liefert Siemens unter anderem 80 Windenergieanlagen für das Offshore-Windkraftwerk DanTysk vor der Nordseeinsel Sylt. Ab Winter 2013/2014 soll der Windpark bis zu 500.000 deutsche Haushalte mit sauberem Strom versorgen. Auf dem Festland sorgt bereits der Windpark Bornstedt in der Magdeburger Börde für grüne Energie.

Hydro-Power – traditionelle Energiegewinnung aus Wasserkraft kombiniert mit modernster Technologie – bietet Lösungen für Kleinwasserkraftwerke sowie Forschungspotenzial für Gezeitenkraftwerke.

Service-Leistungen für produktivere Anlagen

Mit seinem Serviceprogramm unterstützt Siemens seine Kunden dabei, die Produktivität ihrer Anlagen zu steigern. Das Portfolio reicht von exklusiven Serviceverträgen für die Komponenten der Anlage bis hin zu Verträgen für den Komplett-Betrieb und die Wartung des Kraftwerks.

Damit älter werdende Anlagen weiterhin profitabel und effizient betrieben werden können, bietet Siemens eine Reihe von Modernisierungsprogrammen an – unabhängig davon, ob nur einzelne Komponenten ausgetauscht werden oder die gesamte Anlage an ein neues Konzept
angepasst wird.

Modernisierung alter Kraftwerke

Mit einer Modernisierung alter Kraftwerke gelingt es, den Wirkungsgrad der Anlagen deutlich zu steigern. Die Betreiber können so aus den Turbinen mehr Leistung herausholen oder das Kraftwerk schneller von Null auf 100 zur vollen Leistung hochfahren.

Strom über weite Strecken verlustarm übertragen

Muss Strom aus erneuerbaren Energiequellen über große Entfernungen oder per Seekabel zu den Verbrauchszentren transportiert werden, stößt die konventionelle Wechselstromübertragung an technische Grenzen. Bewährt hat sich hier die Hochspannungsgleichstromübertragung (HGÜ), mit der große Mengen Strom verlustarm übertragbar sind. Eine HGÜ-Anlage wandelt auf der einen Seite (der Quelle) Wechselstrom in Gleichstrom um und diesen auf der anderen Seite (dem Ziel) wieder zurück in Wechselstrom.

Die HGÜ-Technik wird immer häufiger eingesetzt, vor allem wenn Strom über ein Seekabel transportiert werden muss. Jüngstes Projekt ist die Verbindung zwischen dem spanischen Festland und den Balearen, wo ein 250 Kilometer langes HGÜ-Seekabel Deutschlands beliebteste Ferieninsel Mallorca mit Strom vom Festland aus versorgt.

Dieses Beispiel markiert erste Schritte zu einem „Super Grid“. Es soll für einen länderübergreifenden Stromausgleich zwischen Gebieten mit Stromüberschuss und Regionen mit erhöhtem Strombedarf sorgen. Ziel ist es, die schwankenden Energiemengen aus erneuerbaren Energien optimal in die Energieversorgung einzubinden.

Wenn der Raum eng wird: HVDC PLUS

HGÜ gehört nicht nur zur Schlüsseltechnologie, wenn es um den Ferntransport riesiger Strommengen geht: Mit HVDC PLUS macht Siemens die Vorteile der Hochspannungsgleichstromübertragung auch für Anwendungen mit begrenztem Raumangebot möglich, wie Offshore-Windparks und Ölbohrplattformen. Dort findet die kompakt konstruierte Stromrichteranlage bequem Platz. Mit Windkraft gewonnene Energie kann so verlustarm an die Küste transportiert werden.

Ein beispielhaftes Projekt ist die schlüsselfertige Netzanbindung des vor Sylt liegenden Windparks DanTysk in der Nordsee. Es handelt sich um die leistungsstärkste Offshore-Anbindung, die bisher vergeben wurde. Über sie können nach Einbindung weiterer Windparks bis zu 1,5 Millionen deutscher Haushalte mit Windenergie versorgt werden. Anfang 2014 soll die HVDC-Plus-Verbindung betriebsbereit sein. Mit 160 Kilometern Länge wird sie zudem über das längste Seekabel für die Anbindung eines Offshore-Windparks verfügen. Weitere 45 Kilometer Kabelstrecke führen über Land.

Herzstück von HVDC-PLUS-Anlage ist ein modular aufgebauter Stromrichter.

Herzstück von HVDC PLUS ist ein modular aufgebauter Stromrichter, der exakt an die örtlichen Verhältnisse und Anforderungen angepasst werden kann.

Effiziente Wechselstromübertragung per FACTS

Wechselstromnetze werden als konventionelles Übertragungsmedium weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Aber auch hier lässt sich die Effizienz deutlich erhöhen: Das Stichwort lautet „Reactive Power Compensation“. Damit beugt das Siemens-System FACTS (Flexible AC Transmission Systems) Netzausfällen vor, indem es die Spannung schnell regelt, Netzschwankungen dämpft, den Stromfluss steuert und so die Übertragungsleistung selbst langer Leitungen erhöht.

Hochspannung nahe am Verbraucher

Je höher die Spannung, desto geringer die Verluste. Dieser Grundsatz bei der Übertragung elektrischer Energie macht es notwendig, die Hochspannung möglichst dicht an die Verbraucher zu führen. Die Verteilungsnetze mit ihrer geringeren Spannung lassen sich dann kleiner und verlustärmer gestalten. Geräuscharme Flüstertransformatoren ermöglichen die Umspannung auch in dicht besiedelten Gebieten. Außerdem bringen effizientere Umspanntransformatoren zusätzliche Energieeinsparungen. Gasisolierte Leitungen (GIL) und Schaltanlagen (GIS) transportieren und verteilen Energie zudem umweltverträglich und auf kleinstem Raum.

Energieeffiziente Lösungen für die Industrie

34 Prozent der weltweiten Treibhausgase entfallen auf den Industriesektor. Hier ist Energieeffizienz also besonders wichtig. Siemens gehört zu den Marktführern für energieeffiziente Produkte und Lösungen. Diese sind auf die jeweilige Branche und ihre Anforderungen abgestimmt und helfen oft dabei, so viel Energie einzusparen, dass sie sich sogar selbst finanzieren.

Zu einer höheren Energieeffizienz tragen in der Industrie vor allem spezielle Automatisierungs- und Antriebslösungen bei. Mit Analysetools, energiesparenden Produkten, Konzepten und Serviceleistungen lassen sich Energieverbrauch, Kosten und CO2-Emissionen deutlich senken.

Energiemanagement mit System

Doch wie können Unternehmen Energiemanagement mit System betreiben? Siemens unterscheidet hier drei Phasen, um den Energiebedarf in der Industrie optimal zu gestalten: Identifizieren, evaluieren, realisieren. Unabhängig davon, ob es um elektrische Energie, Wasser, Gas oder Druckluft geht – nur wenn Verbrauchswerte und Leistungsdaten über einen längeren Zeitraum präzise erfasst werden, lassen sich auch sinnvolle und realistische Maßnahmen definieren.

Energiesparende Motoren und Antriebe

In den ersten beiden Phasen kommen unter anderem Siemens-Managementsysteme wie B.Data, SIMATIC powerrate oder die kostenlose Siemens-Software SinaSave zum Einsatz. In der dritten Phase wird schließlich die passende Energiesparlösung eingesetzt. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Antriebstechnik : Bis zu zwei Drittel der Energie wird in Industriebetrieben von elektrischen Motoren und Antrieben verbraucht. Hier ist bei einzelnen Antrieben ein Einsparpotenzial von bis zu 70 Prozent realistisch. Dies gilt sowohl für Neuanlagen als auch für Modernisierungskonzepte.

Mit Service Energie sparen

Doch nicht nur die Wahl des richtigen Produktes ist entscheidend, um dauerhaft Energie zu sparen. Nur in Verbindung mit optimalem Serviceleistungen – angefangen von der ersten Analyse und Beratung bis hin zur zuverlässigen Instandhaltung der Anlage – können Industrieunternehmen besonders effizient und wirtschaftlich arbeiten. Hier kommt das modulare Service-Portfolio mit Energy & Environmental Services ins Spiel. Damit werden unter anderem die Energie- und Wasserkosten eines Betriebes optimiert und der CO2-Ausstoß einer Anlage reduziert.

Große Einsparungen für energieintensive Branchen

Einige Branchen sind besonders energieintensiv und benötigen deshalb spezifische Lösungen – bei den Energiesparmöglichkeiten wie beim Umweltschutz. Siemens bietet hier eine breite Palette von maßgeschneiderten Umweltlösungen. Ein Beispiel aus der Metallindustrie: Mit einer Anlage, die auf einer Technologie von Arvedi basiert und von Siemens VAI Metals Technologies realisiert wurde, ist die volle Ausnutzung der Wärmeenergie des gegossenen Stahls möglich. Energiemessungen haben eine 45-prozentige Verringerung des Energieverbrauchs im Vergleich mit herkömmlichen Gieß- und Walzprozessen ergeben. Und geringerer Energiebedarf bedeutet auch eine beträchtliche Verringerung der CO2-Emissionen.

Geringerer Energieverbrauch bei Arvedi ESP-Anlagen

Der Energieverbrauch von Arvedi ESP-Anlagen ist im Vergleich zu konventionellen Anlagen deutlich geringer.

Innovative Technologien für umweltfreundliche Städte

Städte sind für rund 75 Prozent der weltweit verbrauchten Energie verantwortlich. Sie müssen energieeffizienter und gleichzeitig umweltfreundlicher werden. Dies gelingt mit innovativen Technologien, die zudem für eine höhere Lebensqualität sorgen und Kosten senken. Siemens ist mit seinem umfassenden Umweltportfolio weltweit Vorreiter für nachhaltige Stadtentwicklung und bietet ganzheitliche und nachhaltige Lösungen etwa für effiziente Energieverteilung, energieeffiziente Gebäude und „grüne“ Mobilität.

Kampf gegen den Klimawandel: Energieeffiziente Städte

Der Kampf gegen den Klimawandel beginnt in den Städten: Mit innovativen Technologien können Städte energieeffizienter werden.

Zuverlässige und sichere Netze – ein Beitrag zum Klimaschutz

Eine effiziente Energieverteilung ist besonders in Ballungsräumen von größter Bedeutung. In diesem Zusammenhang sind vor allem sogenannte Smart Grids hervorzuheben. Diese intelligenten Netze zur Stromübertragung und -verteilung beruhen auf der wechselseitigen Kommunikation zwischen allen am Strommarkt beteiligten Komponenten. Smart Grids binden sowohl große zentrale als auch kleine dezentrale Erzeugungseinheiten und Verbraucher in eine Gesamtstruktur ein. Sie steuern die Stromerzeugung und vermeiden so Netzüberlastungen, da stets nur so viel Strom produziert wird, wie benötigt wird.

„Grüne“ Mobilität in Städten mit Elektroautos und Hybridbussen

Intelligente Stromnetze können auch Elektrofahrzeuge als mobile Stromspeicher einbinden. In Zeiten hoher Stromerzeugung speichert ein Elektroauto Strom, den es bei Bedarf an das Netz abgibt. Mittlerweile werden in vielen Städten Hybridbusse eingesetzt. Sie kombinieren Verbrennungs- und Elektromotoren und verfügen über ein spezielles System zur Rückgewinnung der Bremsenergie. Durch diese „saubere“ Energietechnik lassen sich Kraftstoffverbrauch und Emissionen um bis zu 30 Prozent verringern. Hybridbusse sind besonders für den städtischen Nahverkehr geeignet. Siemens setzt dabei auf ELFA – ein Antriebssystem, das flexibel auf unterschiedliche Energiequellen zurückgreifen kann und beispielsweise in Nürnberg im
Einsatz ist.

Hybridbusse mit Bremsenergierückgewinnung

Hybridbusse eignen sich besonders für den städtischen Nahverkehr. Sie verfügen über ein spezielles System zur Rückgewinnung von Bremsenergie.

Strom sparen dank energieeffizienter Gebäude

Auch in Gebäuden steckt ein immenses Potenzial Energie zu sparen. Schließlich sind sie für rund 40 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs und 21 Prozent der erzeugten Treibhausgase verantwortlich. Intelligente Gebäudetechnik leistet einen wesentlichen Beitrag zur Steigerung der Energieeffizienz und des Komforts in Gebäuden – und erhöht gleichzeitig die Produktivität der Gebäudenutzer sowie der Unternehmen.

Wichtig ist, dass alle Systeme und Komponenten aufeinander abgestimmt sind. Total Building Solutions (TBS) von Siemens steht für diese Integration: Elektrische Installationstechnik, Heizung, Lüftung, Klimaanlagen, Beleuchtung, Beschattung, Zutrittskontrollsysteme, Videoüberwachung, Alarmierung, Brandmeldung und Evakuierung ergänzen sich optimal. Mit einem permanenten Energieoptimierungsprozess kann dann die Energieeffizienz von Gebäuden deutlich gesteigert werden. Die neue Konzernzentrale Süddeutscher Verlag in München, ausgezeichnet mit dem Green Building Zertifikat Leed Gold, ist ein Beispiel für höchste Energieeffizienz bei gleichzeitig individualisiertem Raumkomfort.

Und wie können solche Modernisierungen finanziert werden? Eine Lösung ist das Energiespar-Contracting, mit dem die Kosten der Modernisierung durch die daraus resultierenden Energieeinsparung finanziert wird.

Strom sparen durch optimale Energieverteilung

Über eine optimale elektrische Energieverteilung in Gebäuden lassen sich weitere Kosten sparen. Mit Totally Integrated Power (TIP) bietet Siemens schnittstellenoptimierte, aufeinander abgestimmte Produkte und Systeme, die Energieverteilungsprojekte konstant begleiten. Das bringt in allen Phasen und für jeden Projektbeteiligten entscheidende Vorteile: eine wirtschaftliche und schnelle Energieproduktion sowie einen kostengünstigen Betrieb.

Neue Messe Stuttgart mit Energieverteilungssystem von Siemens

Neue Messe Stuttgart: ist eines der modernsten Messezentren Deutschlands. Das Energieverteilungssystem für die neuen Hallen, das Kongresszentrum und das Parkhaus stammt von Siemens. © Messe Stuttgart

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