Konzernzentrale Süddeutscher Verlag

Die Aufgabe

Zum einen sollten Gebäude und gebäudetechnische Anlagen flexibel auf die schnelllebigen Veränder-ungen im Verlags- und Redaktionswesen reagieren, zum andern war auch eine Drittverwertbarkeit des Gebäudes für eine mögliche Vermietung einzelner Stockwerke von den Architekten und Planern zu berücksichtigen. Ein wesentlicher Teil der Planung bestand in der Entwicklung eines Energiekonzeptes, das über die Vorgaben der zum Zeitpunkt der Planung gültigen Energiesparverordnung (EnEV) hinausging und die besonders hohen Anforderungen des Bauherrn an den Schallschutz erfüllt. Herzstück des ganz auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Gebäude- und Energiekonzepts ist neben einer dreischalig aufgebauten Fassade eine geothermische Wärmepumpe, die das energetische Speicherpotenzial des Erdreichs über 36 thermisch aktivierte Pfahlfundamente für Heiz- und Kühlzwecke erschließt. Hinzu kommt die Option, das Speichervermögen des Gebäudes für eine gezielte Nachtauskühlung zu nutzen.

Die Lösung

Im gesamten Ensemble wird vorrangig die Wärme aus inneren Lasten, Sonneneinstrahlung und individueller Fensterlüftung mittels Betonkernaktivierung zur Raumtemperierung genutzt. Im Hintergrund arbeiten insgesamt 1.730 LON-Einzelraumregler vom Typ Desigo ACX von Siemens, die über ein eigenes, physikalisch getrenntes TCP/IP-Datennetz mit dem übergeordneten BACnet-Gebäudeauto-mationssystem Desigo kommunizieren. Zur Einbindung der beiden Klimazentralen „Nord“ und „Süd“ sowie der Zentralen „Heizung“, „Kälte“, „Sanitär/Sprinkler“ und „Abluft Tiefgarage“ sind insgesamt 22 Desigo-PX-Automationsstationen installiert.

Während das Gebäudeautomationssystem die gebäudetechnischen Anlagen ständig an den jeweiligen Bedarf der Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen anpasst und auf energetische Effizienz optimiert, arbeiten die Gefahrenmeldesysteme von Siemens im Hintergrund. Zentraler Bedien- und Beobachtungsplatz ist der GMA-Manager Topsis, über den die Brandmeldeanlage, Einbruchmeldeanlage, Videoanlage sowie die Alarmierung per elektroakustischer Anlage (ELA) visualisiert, bedient und überwacht werden.

Der hohe Anspruch des Kunden an Raumflexibilität, Ergonomie, Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit führte bei der Beleuchtung der Büros zu einem multifunktionalen Deckensegel. Entwickelt wurde ein abgehängtes Deckensegel mit der Funktion eines Akustikelements. Die projektspezifische Leuchte zeichnet sich durch eine blendfreie Lichtverteilung aus, die durch eine Mikroprismenstruktur-Abdeckung in Eldacon-Technologie entsteht. Eine entsprechende Dimmfunktion erlaubt es, vorrangig das Tageslicht zu nutzen und damit Energie einzusparen. Die hohe Energieeffizienz des Beleuchtungskonzeptes, resultiert in erster Linie auf dem elektronischen Vorschaltgerät (EVG) Quicktronic Dali Dim (QTi Dali) von Osram, das zusätzlich eine flexible Zuordnung der Lichtgruppe zu einem Schaltelement ermöglicht.

Auch bei der Medientechnik zeigen sich die große Flexibilität heutiger Systeme sowie die Vorzüge gewerkeübergreifender Funktionen von Licht- und Sicherheitstechnik. Ein Beispiel ist der Konferenzbereich im 1. Obergeschoss, der sich innerhalb weniger Minuten durch vier mobile Trennwände vom Großraum in vier kleinere Räume mit jeweils kompletter A-V-Technik teilen lässt.

Im Rahmen der ganzheitlichen Betrachtung von Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Brandlast entschied man sich, für den Energietransport und die Energieverteilung bis in die Stockwerke das modular aufgebaute platzsparende Stromschienensystem Sivacon 8 PS von Siemens einzusetzen. Ebenso modular und platzsparend wie das Stromschienensystem ist auch die Niederspannungs-Schaltanlage „Sivacon S8“ aufgebaut. Als wesentlicher Baustein des Siemens-Konzepts „Totally Integrated Power“ unterstützt die insgesamt aus 34 Schaltfeldern bestehende Niederspannungshauptverteilung (NSHV) den Systemgedanken, der vom Power-Management-System über die NSHV bis zur Steckdose reicht.

Der Nutzen

Die Konzernzentrale des Süddeutschen Verlags ist ein Beispiel dafür, wie sich Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit, Gebäudeenergieeffizienz, Nutzungsflexibilität und ein produktives Arbeitsumfeld mit selbst wählbarem Raumklima in Einklang bringen lassen. Wesentlichen Anteil an der Umsetzung der komplexen Gebäudefunktionen haben Systeme, die möglichst verlustfrei miteinander kommunizieren. Dabei zeigt sich, dass gewerkeübergreifende Systeme auf der Basis nur eines Fabrikates mit durchgängiger Systemarchitektur deutlich effizienter und damit auch nachhaltiger in Bezug auf eine Green-Building-Zertifizierung sind als heterogene Lösungen mit mehreren Fabrikaten.