Hamburger Flughafen

Der Kunde

Viele Reisende nutzen ihren Flughafenaufenthalt inzwischen nicht nur für die An- und Abreise, sondern zunehmend auch zum Einkaufen und Essen, für die Reiseplanung oder nur zum Bummeln. Ehemals nüchterne "Abfertigungshallen" wandeln sich zu Event- und Erlebniswelten mit angeschlossenem Flughafen. Für Eigentümer, Nutzer und Betreiber sind Flughäfen deshalb längst keine statischen Gebilde mehr mit einem rein funktionalen Charakter. Im Verständnis der Planer und Architekten befindet sich ein Flughafen in einem permanenten Prozess der Anpassung an Nutzungen, Kapazitäten, Sicherheitsanforderungen, Abläufe und Betreiberkonzepte.

Die Aufgabe

Auch bei der Auswahl der gebäudetechnischen Systeme stehen daher Flexibilität, Prozesseffizienz und nicht zuletzt die wachsenden Ansprüche an die Sicherheit an oberster Stelle. Obwohl Flughäfen für integrierte Lösungen geradezu prädestiniert sind, spielen übergeordnete Interessen wie Systemsicherheit, Reaktionsschnelligkeit der Einzelsysteme und die eindeutige Verantwortlichkeit für die jeweiligen Gewerke eine maßgebliche Rolle. Bei den integrierten Lösungen werden sämtliche Systeme der technischen Infrastruktur wie Heizung, Lüftung, Klimatisierung, Zutrittskontrolle, Videoüberwachung, Einbruch- und Brandmeldeanlage, Alarmierung und Evakuierung miteinander vernetzt, um den Bedienkomfort zu erhöhen, die Sicherheit zu steigern und durch die gewerkeübergreifenden Funktionen die Energieeffizienz des Gebäudes nochmals zu verbessern. Obwohl eine übergeordnete Verknüpfung der Gebäudesysteme auf der Managementebene bereits als Ziel formuliert war, legten die Verantwortlichen in Hamburg großen Wert auf weitgehend getrennt aufgebaute Systeme mit jeweils separater Visualisierung und Bedienung.

Die Lösung

In Zusammenarbeit von Flughafen-Feuerwehr, Brandschutzbeauftragtem, Planungsbüro für Brandschutz, Sachverständigen und den Fachingenieuren von Siemens wurde für den Terminal 1 ein Brandmeldekonzept entwickelt, das die sehr individuellen Gebäudestrukturen und Nutzungszonen sowie permanente und temporäre Einbauten berücksichtigt. Aufgrund der zu erwartenden Datenmenge, des Anspruchs des Flughafenbetreibers an Sicherheit, Redundanz, Migrationsfähigkeit und Offenheit entschied man sich für das Gebäudeautomationssystems Siclimat-X-System in Terminal 1. Auch die Simatic S7-Automationsstationen passten in das langfristige Konzept des Flughafenbetreibers, zumal eine Testinstallation ergab, dass die in anderen Gebäuden vorhandenen Automationsstationen eines Fremdfabrikates ohne wesentliche Eingriffe in deren Peripherie gegen Simatic S7-Stationen ausgetauscht werden konnten.

Nutzen

Die Systeme beruhen auf offenen Plattformen, die auf international üblichen Standards aufbauen. Dadurch ist sowohl auf der Management- wie auch auf der Automationsebene die Aufschaltung von Drittsystemen bzw. Fremdfabrikaten möglich. Die vom Kunden oft befürchtete "Abhängigkeit" von einem Fabrikat entfällt. Über das Intranet des Flughafens kann jetzt auf beide Gebäudeleitsysteme (Siemens und vorhandenes Fremdsystem) über beliebige PCs im Flughafen-Intranet zugegriffen werden. Für den Flughafenbetreiber bedeutet diese Vernetzung ein wesentlicher Schritt zu mehr Wirtschaftlichkeit, da das vorhandene GLT-System weiter genutzt werden kann, gleichzeitig aber dem Kunden die Funktionalitäten des neu installierten Siclimat X-Systems zur Verfügung stehen. Die Flughafengesellschaft verspricht sich von diesem Datenverbund mehr Wirtschaftlichkeit und eine bessere Absicherung bestehender Investitionen.