Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg

Energiespar-Contracting setzt Mittel für Forschung und Lehre frei

Kunde

Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg wurde 1970 als eine der ersten deutschen Fachhochschulen gegründet und ist heute die drittgrößte in Deutschland. Die HAW bietet an vier Standorten mehr als 40 Bachelor- und 30 Master-Studiengänge für Design, Medien und Information, Life Sciences, Technik und Informatik, Wirtschaft und Soziales an. Mehr als 16.000 Studierende werden von rund 380 Professoren und etwa 450 Lehrbeauftragten betreut. Zwei der vier Standorte – der Campus Berliner Tor und der Campus Bergedorf – stammen aus den 1970er Jahren. Hier galt es, Lehr- und Laborgebäude mit einer Bruttogrundfläche von insgesamt 140.000 Quadratmetern energetisch zu sanieren.

Aufgabe

An den Hochschulstandorten Campus Berliner Tor und dem Campus Bergedorf gab es einen Sanierungsstau. Stark veraltete Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik (HLK) sowie eine ineffiziente Belüftung und Beleuchtung führten zu hohen Instandhaltungs- und Energiekosten und sorgten für unbefriedigende Bedingungen für Studierende und Lehrende. Die Gebäudetechnik sollte nun widerspiegeln, dass die HAW Hamburg eine moderne und innovative Hochschule ist. Daher entschied sich der Kunde für eine energetische Sanierung mit dem Energiespar- Contracting von Siemens. Die Hochschule übernimmt die Sanierungskosten, die sich über die gesparten Energiekosten wieder refinanzieren. Von der Idee über die Ausschreibung bis zum Projektbeginn dauerte es mehrere Jahre. Grund: Staatliche Hochschulen haben umfangreiche Beteiligungspflichten und müssen komplexe Vergaberichtlinien beachten.

Lösung

Zunächst erfassten Studierende der HAW Hamburg den Ist-Zustand der HLK. Siemens verfeinerte diese Erhebung und berechnete die Einsparpotenziale. Gemeinsam mit dem Kunden wurde anschließend eine Reihe von Maßnahmen für die beiden Standorte erarbeitet, unter anderem der Austausch von rund 20 Lüftungs- und Klimaanlagen, teilweise einschließlich der Luftverteilung und der Optimierung von raumlufttechnischen Anlagen sowie der Heizungsanlagenhydraulik. Das betroffene Gebäudeautomationssystem ist auf das System Desigo 5.1 migriert worden. Mit der Modernisierung der Mess-, Steuer- und Regelungstechnik passt sich die Steuerung an die neuen Anlagen an und schafft die Basis für ein umfangreiches Monitoringsystem. Zudem wurden rund 9.000 Leuchten modernisiert und auf T5-Beleuchtung mit elektronischen Vorschaltgeräten oder LED-Technik umgestellt. Besonders herausfordernd waren die Arbeiten am Campus Berliner Tor. Hier sollte ein 15-stöckiges Gebäude innerhalb der vorlesungsfreien Zeit von zehn Wochen lüftungsseitig vollständig saniert werden. Unter anderem wurden in 300 Räumen die Deckenplatten gereinigt und neue Mineralwolle eingelegt. Um das zu bewältigen, waren für die Modernisierungen täglich insgesamt mehr als 250 Mitarbeiter von Siemens und beauftragten Firmen im Dreischichtbetrieb aktiv.

Nutzen

Nach der Sanierung spart die HAW Hamburg 27 Prozent der bisherigen jährlichen Energiekosten. Damit werden 2.077 Tonnen weniger CO2 ausgestoßen und der Hochschulhaushalt um eine halbe Million Euro jährlich entlastet. Dazu kommen noch einmal um rund 200.000 Euro reduzierte Instandhaltungskosten. Um die garantierte Einsparung sicherzustellen und den Energieverbrauch künftig weiter zu optimieren, übernimmt Siemens das Energie-Monitoring und -Controlling der modernisierten Anlagen. Ein integriertes Messkonzept erfasst dafür kontinuierlich den Verbrauch von Strom, Wärme, Kälte und Wasser sowie die Volumenströme in Heizungs-, Lüftungs-, Klima- und Kälteanlagen, die im Rahmen des Energiespar-Contractings ausgetauscht wurden. So werden Einsparpotenziale sichtbar und setzen für die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg auch künftig Gelder für Lehre und Forschung frei.