Soltau Therme

Soltau Therme modernisiert Gebäudeautomation

Viele Gebäudeautomationssysteme sind veraltet und müssen ersetzt werden. Für den Bauherrn bzw. Betreiber stellt sich die Frage der kompletten Erneuerung oder einer System-Migration. Bei der Soltau Therme wurde die Erneuerung der Gebäudeautomation zur Preisfindung funktional ausgeschrieben. Das Ergebnis: Die Migration des vorhandenen Visonik-Systems nach Desigo von Siemens Building Technologies ist am einfachsten umzusetzen und auch am wirtschaftlichsten. Trotz laufendem Bäderbetrieb konnte die Modernisierung noch weit vor dem kalkulierten Termin fertig gestellt werden.

Die Aufgabe

Das Gebäudeautomationssystems der Soltau Therme wurde umgebaut und modernisiert. Für den Bauherrn war es wichtig, dass die vorhandene und intakte Sensor-/Aktorebene bei der Migration vollständig und ohne Anpassungsmaßnahmen übernommen werden kann. Eine wesentliche Weichenstellung für künftige Erweiterungen, Systemintegrationen und Rationalisierungen lag für den Betreiber in der Ablösung des vorhandenen proprietären SDLC-Rings durch das herstellerübergreifende offene BACnet-Protokoll. Als physikalisches Medium war Ethernet in industrieller Linienstruktur vorgesehen. Eine weitere wichtige Vorgabe der Stadtwerke Soltau als Anlagenbetreiber war die Systemkopplung des neuen Gebäudeautomationssystems an das vorhandene zentrale Netzleitsystem der Stadtwerke über eine Profibus-FMS-Schnittstelle.

Die Lösung

Ein wesentlicher Anteil zur Sicherung des laufenden Betriebs während der etwa 30-wöchigen Umbauzeit lag in der Besonderheit, die vorhandenen proprietären SDLC-Ringe mit den daran angeschlossenen EKL-X bzw.PRV1-Controllern direkt über eine temporäre SDLC-Karte auf das neue Desigo Managementsystem zu schalten. Alte und neue Controller lassen sich so über die neue Bedienoberfläche einheitlich und verlustfrei visualisieren.

Der Nutzen

Die Migrationsarbeiten konnten noch vor dem kalkulierten Projektende abgeschlossen werden, da die Siemens-Systemfachleute die Gebäude der Soltau Therme sowie die HLK-Anlagen, das Wasseraufbereitungssystem und natürlich das vorhandene Gebäudeautomationssystem bestens kannten. Somit war der Erklärungsbedarf gering und das Projektmanagement erheblich einfacher. Die Schwimmbadtechnik über OPC integriert, liefert den Vorteil die Kontrollgänge zu mindern. Mussten früher vier Kontrollgänge pro Tag durchgeführt werden, ist jetzt nur noch ein Kontrollgang zur Absicherung von Funktionen sowie der Überprüfung der Messwerte notwendig. Damit erfüllt die neue Messwerterfassung voll und ganz die Vorgaben der Dokumentationspflicht gegenüber den Überwachungsstellen. Querverbund und WEB-Bedienplätze entlasten den Bereitschaftsdienst. Die Wandlung vom proprietären zum offenen System vereinfacht künftig auch den Betrieb außerhalb der Öffnungszeiten der Therme. Durch den Schnittstellen-Controller CFE zum Profibus-System können die gebäudetechnischen Anlagen sowie die Analysegeräte nun auch vom Bereitschaftsdienst der Stadtwerke Soltau überwacht und bedient werden. Da es sich um eine WEB-basierende Lösung handelt, können sich die Gebäudetechniker im Falle einer Störung auch von zuhause aus über PC oder Notebook in die Anlage einloggen, eine wesentliche Entlastung für den Bereitschaftsdienst.