Deutsches Meeresmuseum Stralsund

Der Kunde

Das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund ist um eine Attraktion reicher, den Neubau für vier Meeresschildkröten. Für Haustechniker, Aquarianer und die Verwaltung öffnete sich damit auch der Weg für ein gewerkeübergreifendes Gebäudeautomationssystem, über das neben den HLK-Anlagen auch die Wassertechnik sowie das neue Brandmeldesystem visualisiert und bedient werden können.

Die Aufgabe

Mit der Entscheidung für den Neubau des Schildkrötenhauses war auch der Wunsch verbunden, künftig möglichst viele der gebäudetechnischen Anlagen sowie die gesamte Wassertechnik auf eine Leitzentrale zu schalten. Die Wassertechnik mit zahlreichen Tanks, Rückspülbehältern, Eiweißabschäumern, Enthärtungsanlagen, Umkehrosmoseanlagen, UV-Reaktoren, Anlagen zur Aufsalzung sowie unzähligen Pumpen für Kreisläufe bzw. zum Umpumpen zwischen Wasserbehältern, Quarantänebecken, Permeatbehältern und Präsentationsbecken, fordert geradezu einen möglichst hohen Grad an Automatisierung und zentraler Überwachung. Bis dato mussten sich die Mitarbeiter mit mehr als zehn verschiedenen Steuerungs- und Regelungssystemen und deren jeweils spezifischen Bedienoberflächen und Bedienphilosophien auseinandersetzen. Diesen Aufwand wollte man künftig durch ein integriertes Leitsystem vermeiden. Mehr noch: Auch das im Zuge der Erweiterung notwendige neue Brandmeldekonzept sollte über die neue Leittechnik visualisiert werden können.

Die Lösung

Diese Forderung konnte das Siemens-Gebäudeautomationssystem Desigo in Verbindung mit der Siemns-Brandmeldezentrale Sigmasys, erfüllen. Ein überzeugendes Argument für den Bauherrn war außerdem, dass er seine Bestandsgebäude Schritt für Schritt auf die neue Leittechnik aufschalten kann und so ein Etat schonender Ausbau zu einem Gebäudemanagementsystem möglich ist. Für die Museumsmitarbeiter war es wichtig, dass für das Leitsystem kein zentraler Bedienplatz erforderlich ist, sondern sich innerhalb des Büronetzwerkes ausgewählte Mitarbeiter-PCs zu Bedienplätzen für die Gebäudeautomation aktivieren lassen. Durch eine strukturierte Zugriffsberechtigung können die Anlagen nunmehr von den Aquarianern und Haustechnikern ent-sprechend der ihnen zugewiesenen Bereiche bedient und überwacht werden.

Der Nutzen

Für die Aquarianer, Haustechniker und die Verwaltung ist das Gebäude- automationssystem heute ein unverzichtbarer Bestandteil für eine wirtschaftliche Betriebsführung. Außerdem sichert es die kaum ersetzbaren Werte an Flora und Fauna in den Meeresaquarien. Als sehr wichtig im ersten Betriebsstadium wird von den Betroffenen die Schulung des Personals angesehen, besonders dann, wenn noch keine Erfahrungen mit einem solchen System vorliegen. Bei der Inbetriebnahme des Meeresschildkröten-Aquariums stellte sich die Gebäudeautomation als besonders nützlich heraus, da man hier bei der Festlegung von Sollwerten für die Wasser- und Lufttemperatur Neuland betrat. Als ein großer Vorteil wird die Möglichkeit angesehen, Messwerte temporär mitzuschreiben und zu dokumentieren. Damit konnten beispielsweise gewisse Schwächen bei der Beckentemperaturregelung nachgewiesen werden, die wiederum auf Defekte bei der Kälteerzeugung zurückgeführt werden konnten. Mit zunehmender Erfahrung mit dem Gebäudeautomationssystem ist bei den Mitarbeitern der Wunsch gewachsen, möglichst umgehend weitere Anlagen aus dem Bestand aufzuschalten.