Bundesanstalt für Materialforschung und prüfung (BAM) in Berlin

Offene Systeme - Wirtschaftliche Wege zum leistungsfähigen Gebäudemanagement

Die Modernisierung in die Jahre gekommener Gebäudeleitsysteme zu einem offenen und zukunftssicheren Gebäudeautomationssystem ist einfacher zu bewerkstelligen als viele Nutzer vermuten. Bei der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) in Berlin benötigten die Service-Fachleute gerade mal einen Tag und eine Betriebsunterbrechung von zwei Stunden, um die beiden vorhandenen Visonik-Leittechnikzentralen über das hausinterne Ethernet auf das neue multifunktionale Desigo Gebäudemanagementsystem aufzuschalten. Mit der Entscheidung für das native BACnet-System lassen sich künftige Modernisierungen im Bereich der MSR-Technik einfach, Etat schonend und VOB-konform realisieren. Mittelfristig soll auch das im Bereich der Gebäudesicherheit vorhandene Brandmeldesystem über Desigo visualisiert werden.

Die Aufgabe

Viele Betreiber städtischer und staatlicher Liegenschaften stehen vor der Frage: Wie schafft man einen Etat schonenden Wechsel von der Fabrikatevielfalt in der MSR und Gebäudeleittechnik zu einem offenen Gebäudeautomationssystem bei gleichzeitiger Einbindung eines möglichst hohen Anteils der bestehenden Systeme. Darüber hinaus sind Fragen, wie Aufwand vor Ort, Dauer der Betriebsunterbrechung, Rückwirkungen auf bestehende Systeme und eine wirtschaftlich realisierbar gemeinsame Bedienoberfläche für alte und neue DDC-Technik ausschlaggebend.

Die Lösung

BAM entschied sich für eine schrittweise Migration zum netzwerkfähigen BACnet-System mit dem Ziel, die vorhandenen Systeme in ein offenes System auf der Basis des BACnet-Protokolls zu überführen. Im Vordergrund stand der Wunsch nach Sicherung und Integration der bestehenden Anlagen. Aus diesem Grund entschied man sich nach einem Feldtestprojekt für eine Migration der beiden vorhandenen Visonik-Systeme nach dem offenen Gebäudeautomationssystem Desigo, Version 2.35.

Der Nutzen

Die Visonik-Server fungieren bei dieser Lösung nur noch als Gateways zum übergeordneten Desigo-System. Ein Vorteil dieser Anbindung ist, dass sich alle auf den beiden Visonik-Systemen hinterlegten Anlagenbilder sich über den Desigo-Browser 1:1 visualisieren und bedienen lassen. Die jetzt realisierte IT-Lösung mit BACnet über Ethernet hat den Vorteil, dass bei allen künftigen Modernisierungen eine Direktaufschaltungen der BACnet-Controller auf die Managementebene möglich ist. Damit können die bestehenden SDLC-gekoppelten DDC-Controller bedarfsabhängig im Zuge ohnehin notwendiger Modernisierungsmaßnahmen an den gebäudetechnischen Anlagen zurückgebaut und durch BACnet/IP-gekoppelte Controller ersetzt werden. Des Weiteren ist auch die Vorgabe einer fabrikateneutralen Ausschreibung nach VOB mit dieser Lösung möglich. Der Vorteil der Desigo-Lösung, Version 2.35, liegt also darin, dass Bestandssysteme ohne Leistungseinbußen weiter betrieben und neue BACnet-Controller beliebig aufgeschaltet werden können. Alte Anlagenbilder gehen nicht verloren; sie lassen sich über die Browserfunktion visualisieren. Die Desigo Systemphilosophie ermöglicht es, dass in einem der nächsten Migrationsschritte auch Brandmelde- und Sicherheitssysteme von Siemens auf das Desigo-System aufgeschaltet bzw. visualisiert werden können.