Trockenstabilatanlage der Helector Recyclingcenter Osnabrück GmbH

Kunde

Trockenstabilatanlage der Helector Recyclingcenter Osnabrück GmbH

Die Abfallverwertungsanlage in Osna­brück bereitet in mehreren mechanisch-biologischen Prozessstufen Siedlungsab­fälle zu einem hochwertigen Brennstoff auf, dem Trockenstabilat. Betrieben wird die 2006 gebaute Trockenstabilat-Anlage von der Helector Recyclingcenter Osnabrück GmbH. Aufgrund eines Bran­des und mehrerer Fehlalarme entschloss sich das Unternehmen Anfang 2012, die Brand- und Sicherheitstechnik schritt­weise zu erneuern beziehungsweise zu erweitern.

Aufgabe

Ein Recyclingbetrieb bietet besondere Herausforderungen für die Branddetek­tion. Der Abfall ist ein sehr inhomogenes Materialgemisch, das auch brandgefährliche Fremdstoffe enthalten kann. In der Bearbeitung sind Kurzschlüsse möglich, die das bereits getrocknete Stabilat ent­zünden können. Darüber hinaus gilt es, die sich ständig verschärfenden Richtlinien und Vorschriften für den Brand­schutz in Recyclingbetrieben zu berück­sichtigen. Die Lösung sollte den angelie­ferten Abfall auf Glutnester überprüfen, Brände während des Aufbereitungspro­zesses genau lokalisieren sowie die gesamte technische Anlage schützen, damit ein Brand nicht über mehrere Prozessschritte weiter getragen werden kann.

Lösung

Zunächst überarbeiteten der Errichter, die Berufsfeuerwehr, ein Brand-Sachver­ständiger, der Versicherer und Siemens das Brandschutzkonzept von Grund auf. Installiert wurden Hot-Spot-Melder, die auf Wärme reagieren, Gassensor-Melde­einheiten, die auf Rauchgase ansprechen, und Sinteso-Brandmelder, die sowohl Rauch als auch Wärme erkennen. Die Signale aller Brandmelder laufen in einer Brandmelderzentrale von Siemens zusammen, die auf die Feuerwehr-Leitstelle aufgeschaltet ist. Die Gassensor-Melder und die Hot-Spot-Melder sind eine Son­derlösung, die Siemens gemeinsam mit der Firma GTE Industrieelektronik speziell für Recyclinganlagen entwickelte. Sie berücksichtigen zum Beispiel die Abgase der Mülllaster als mögliche Täuschgröße.

Nutzen

Im Anlieferbereich sind an der Decke und den Seitenwänden Hot-Spot-Melder angebracht, die mit Infrarotsensoren erkennen, ob sich im ausgeschütteten Abfall Glutnester befinden. In der etwa 2.000 Quadratmeter großen Rottehalle, in der der Abfall gemischt und gelagert wird, sind Gassensor-Meldeeinheiten und Sinteso-Rauchmelder installiert. Die Mel­der unterscheiden mit ASA-Technologie (Advanced Signal Analysis) Rauch von anderen Störgrößen wie Staub. Dank dieser kombinierten und durchgängigen Lösung wird nicht nur der Brand gemel­det, sondern auch, wo genau er ausge­brochen ist. Um die Steuerung des Krans in der Rottehalle mit der Brandmelderzen­trale zu verknüpfen, entwickelte Siemens eine eigene Software: Im Brandfall wird der Kran automatisch aus dem Gefahren­bereich bewegt.