Kreiskrankenhaus Dormagen

Gefahr gebannt, bevor die Feuerwehr eintrifft

Kunde

Seit 1980 bietet das Kreiskrankenhaus Dormagen ein breit gefächertes medizinisches Spektrum an. Als akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Köln gehört es zu den Rhein-Kreis-Neuss- Kliniken. Pro Jahr werden etwa 30.000 ambulante und stationäre Patienten behandelt.

Aufgabe

Im Serverraum des Kranken¬hauses laufen alle Daten des Patienten¬managements der Krankenhäuser Grevenbroich und Dormagen zusammen. Zu diesen sensiblen Daten gehören unter anderem Röntgenbilder und Magnetresonanztomographie-Aufnahmen, die Dokumentation zur Medikation von Patienten und detaillierte Ablaufberichte von Operationen und Behandlungen.

Lösung

Seit seiner Errichtung im Jahr 1980 arbeitet das Krankenhaus bei der Sicherheitstechnik mit Siemens zusammen. Die Division Building Technologies plante und installierte beispielsweise im Jahr 2000 eine Sigmasys-Brandmeldeanlage mit Brandmeldern, Handfeuermeldern und einer Steuerungszentrale. Als ein neuer Serverraum im Krankenhaus eingerichtet wurde, entschied sich die Klinikleitung, ihn mit einer Gaslöschanlage von Siemens zu schützen. Das System Sinorix 1230 nutzt das chemische Löschmittel Novec 1230. Das flüssig gelagerte Löschmittel wird beim Ausströmen an den Düsen gasförmig und verdrängt den Sauerstoff. Zusätzlich sorgt eine chemische Reaktion dafür, dass dem Feuer Energie entzogen wird. Das Löschgas ist nicht toxisch und hinterlässt keine Spuren. Bei der Auftragsvergabe spielte die Beratung eine ebenso wichtige Rolle wie die bereits von Siemens installierte Brandmeldetechnik in Haus und Serverraum.

Nutzen

Am 19. November 2013 um 21.20 Uhr bestand die Gaslöschanlage ihre Feuerprobe – im wahrsten Sinn des Wortes. In der Klimaanlage lief das beschädigte Gleitlager eines Radialventilators der Klimaanlage heiß. Folge: Ein Kurzschluss, der die Kabel verkohlte. Der Brandmelder im Serverraum erkannte die Rauchentwicklung sofort, zuverlässig lief die Alar-mierungskette ab. Automatisch benachrichtigte die Sigmasys-Brandmeldezentrale per SMS den technischen Bereitschaftsdienst des Krankenhauses und parallel die Feuerwehr auf dem Gelände. Gleichzeitig ging die Meldung aus der direkt aufgeschalteten Zentrale bei der Berufsfeuerwehr-Leitstelle ein. Parallel aktivierte die Gaslöschanlage innerhalb weniger Sekunden den Löschvorgangund öffnete planmäßig die Lüftungsklappen zur Druckentlastung. Als die ersten Feuerwehrleute zwei Minuten nach dem Alarm eintrafen, hing zwar noch starker Rauch in der Luft, der entstehende Brand war aber bereits erfolgreich von der Gaslöschanlage bekämpft worden.

Die Gaslöschanlage leistete ganze Arbeit. Erstens wurde ein möglicherweise folgenschwerer Brandschaden vermieden, zweitens entfiel der übliche Schaum- beziehungsweise Wasserschaden beim Löschen. Gerade in einem hochempfindlichen Serverraum hätte ein herkömmlicher Löscheinsatz ähnlich hohen Schaden verursachen können wie der Brand selbst. Die Mitarbeiter bekamen von der Brandgefahr nichts mit – außer einem starken Luftstrom aus der Entlüftungsklappe und dem Lärm des Feuerwehreinsatzes. Der Server blieb intakt. Nur der Strom war kurz unterbrochen, so dass einen Moment lang keine Daten gesendet wurden. Das waren die einzigen Begleitumstände eines Kurzschlusses, der gravierende Folgen für Patienten, Mitarbeiter und Datenbestände hätte haben können. Um 21.30 Uhr war von dem brandgefährlichen Ereignis nichts mehr zu bemerken.