Clevere Brandmeldetechnik von Siemens – Planertag bei der Feuerwehrschule Sachsen

20. Mai 2015

Ein Schwelbrand im Wald, ein Unfall mit einem Güterwaggon, ein Feuer im fünften Stock – und das im Abstand von wenigen hundert Metern. Das gibt es am Morgen des 20. Mai nur in Nardt, etwa eine Stunde nordwestlich von Dresden. Siemens hat heute 40 Fachplaner in die Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule Sachsen (LFS) eingeladen. Neugierig schauen die Gäste dem Treiben der Florianer auf dem Gelände zu, bevor der Siemens-Planertag mit Vorträgen, Diskussionen und Testfeuern beginnt.

Jens Asmus und seine Kollegen aus der Region Ost sind die Initiatoren des Planertrags. Dass sie Brandschutz-Experten sind, zeigt sich schon bei der Begrüßung der Teilnehmer. So erklärt etwa Christian Steinbach strahlend: „Im ersten Leben bin ich Vertriebsbeauftragter, im zweiten Leben Papa und Feuerwehrmann“ und tauscht spontan den grauen Businessanzug gegen die Einsatzkleidung der freiwilligen Feuerwehr Chemnitz, die er immer im Kofferraum dabei hat.

An der LFS werden jährlich rund 4.100 Lehrgangsteilnehmer der Freiwilligen Feuerwehren, Berufsfeuerwehren sowie weiterer Hilfsorganisationen im Katastrophenschutz aus Sachsen aus- und weitergebildet – und heute zusätzlich die von Siemens betreuten Fachplaner für Elektro- und Brandschutztechnik. „Wir haben die Gebäude der LFS mit Brandmelde-, Sprach- und Beschallungstechnik ausgerüstet. Dank des guten Kundenkontakts dürfen wir hier unseren Planertag veranstalten. Die Idee dabei war auch zu zeigen, wie eng der vorbeugende und der technische Brandschutz mit der Brandbekämpfung zusammenhängen“, sagt Jens Asmus, Planerbetreuer bei Siemens für Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. „Hier können wir mit den Fachplanern echte Testfeuer machen und bieten eine attraktive Location – jenseits vom Meetingraum im Hotel.“

Ralf Jock, Senior Consultant strategisches Marketing bei Siemens in Karlsruhe, übernimmt die theoretische Einführung in die Siemens-Produkte und Lösungen und erläutert ASA- und Mesh-Technologie, die Bestandteile eines Brandschutzkonzepts und gibt einen Refresher in Sachen Schwelbrand, Feuersprung und Brandentwicklung. Danach wird es handfester: „Wir wollen Sie nicht mit Folien erschlagen, sondern zeigen Ihnen direkt, dass unsere Melder bei echten Bränden sensibel auslösen und Täuschungsgrößen tolerieren“, stimmt Ralf Jock die 40 Teilnehmer auf den nächsten Programmpunkt ein.

Für die Testfeuer in einer Lagerhalle ist Wilfried Schmidt, unter anderem Siemens-Fachreferent für Brandmelderapplikationen und Wirksamkeitsnachweise, zuständig und hat schon eine Rauchsäule aus Plexiglas für kleine Rauchversuche und die Utensilien für ein Testfeuer in der hohen Halle vorbereitet. Vor dem Zündeln bringt Wilfried Schmidt erst einmal Licht ins Dickicht des deutschen Normendschungels. Schnell wird klar, dass es ein Leichtes ist, Brandmelder und Brandmeldezentralen für normierte Raum- und Deckengrößen und -formen zu planen und abnehmen zu lassen. In der Praxis sieht es häufig aber doch anders aus und Ausnahmen der Regel sind die Regel.

Damit Sachverständige, Prüfer und Versicherungen die Brandmeldetechnik beispielsweise auch in Räumen außerhalb der Norm oder hohen Lagerhallen abnehmen, fordern sie häufig einen so genannten Wirksamkeitsnachweis. Das ist die Simulation einer Brandentwicklung unter realen Bedingungen. Dieser Wirksamkeitsnachweis läuft – wie könnte es anders sein – auch streng normiert mit einem reproduzierbaren Testfeuer ab. Das Ziel dabei: die angebrachten Brandmelder detektieren frühzeitig einen entstehenden Brand und klammern für die täuschungssichere Erkennung zusätzlich Störgrößen wie Nebel, Staub oder Schmutz aus. Das verhindert kost- und zeitspielige Falschalarme. Wie das dank der richtigen Parametersätze im Brandmelder funktioniert, zeigt Wilfried Schmidt in Versuchen mit Nebel und Schweißpartikeln. Erst bei einem echten Brand löst der Melder aus – und das weit vor der maximalen Norm-Zeit von 840 Sekunden. Beim Livetestfeuer und Brandmeldern an der sieben Metern hohen Hallendecke lösen die Sinteso-Melder etwa schon nach 135 Sekunden einen Hauptalarm aus, was die so genannte SDR (Sinteso Data Recorder)-Software visualisiert und dokumentiert. Wie gut, dass die echten Feuerwehrleute nicht weit sind.

Hat sich trotz der Brandfrüherkennung ein echtes Feuer gebildet, heißt es evakuieren – gezielt und schnell, etwa mit Unterstützung der neuen Sprachalarmanlage DSM40. Klaus Broecker, technischer Projektleiter bei Siemens in Dresden, zeigt am „lebenden Objekt“ welche Technik sich hinter diesem Kürzel verbirgt.

Der abschließende Rundgang über das Gelände der LFS führt vorbei an Häusern, die brennen dürfen, Autos vom Schrott, an denen das Retten und Bergen geübt wird, durch Räume mit futuristischen ABC-Schutzanzügen und an einem schlichten blauen Container. Durch diesen müssen alle Auszubildenden der Berufsfeuerwehren durch, um die Hitze und Rauchentwicklung eines Brands zu spüren. André Halko, Abteilungsleiter Ausbildung an der LFS kommentiert das schmunzelnd: „Unsere Auszubildenden kennen große, lodernde Feuer kaum mehr aus ihrem Alltag. Hier werden sie langsam an die Brandphänomene  herangeführt. Ihr von Siemens und die Fachplaner machen eben einen echt guten Job.“

Die Planerbetreuer in den Vertriebsregionen organisieren regelmäßig Veranstaltungen für Fachplaner. Weitere Informationen und Termine sind im Veranstaltungskalender zu finden.


Ralf Jock erklärt die ASA-Technologie der Siemens-Brandmelder. Quelle: Siemens AG



Der Brandmelder löst nur bei einem echten Brand aus und nicht beim simulierten Schweißen. Quelle: Siemens AG




Feuerwehrmann und Siemensianer Christian Steinbach (rechts, stehend) und die 40 Fachplaner lassen die Testfeuer von Wilfried Schmidt (links) nicht aus dem Auge. Quelle: Siemens AG



Klaus Broecker zeigt, was sich hinter der DMS40 verbirgt. Quelle: Siemens AG. Quelle: Siemens AG