Kein Alarm unter dieser Nummer …

All-IP: Digitale Telefonie beeinflusst Übertragung von Sicherheitsmeldungen

Mittwoch, 6. Juli 2016

Die Deutsche Telekom AG stellt bis Ende 2018 alle Festnetzanschlüsse auf ALL-IP-Technik um. Über diese Anschlüsse werden Dienste wie zum Beispiel Telefonie, Fax, E-Mail, Internet und Fernsehen (IP-TV) betrieben. Von der Umstellung sind Privat- und Geschäftskunden gleichermaßen betroffen.
„Im Zuge der Umstellung sehen wir erheblichen Handlungsbedarf für zahlreiche Übertragungseinrichtungen der Sicherheitstechnik“, erläutert Benjamin Knapp von der Division Building Technologies, Zone Mitte.

Deutschlandweit sind von der Umstellung allein bei Siemens rund 57.000 Anschlüsse betroffen, im Bereich der Zone Mitte 8.700. Denn Alarm- und Meldungsübertragungen aus Einbruch- und Brandmeldeanlagen, Haus- oder Aufzugsnotrufsystemen sowie aus medizinischen Notrufsystemen werden in vielen Fällen über das ISDN-/Analognetz zu den Leitstellen von Feuerwehr und Polizei übertragen.

Ist der Anschluss IP-fähig? Das sollten Kunden überprüfen, denn sonst kann die Übertragung unterbrochen werden.

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Siemens rät daher, umgehend zu prüfen, ob die Alarm- oder Meldungsübertragung über All-IP mit der eingesetzten Hardware möglich ist, etwa bei ohnehin geplanten Wartungsarbeiten.
Projektmanager Knapp: „Zu warten bringt nichts, die Telekom stellt derzeit täglich rund 70.000 Anschlüsse um, es kann also recht schnell gehen, dass die Anlage des Kunden plötzlich nicht mehr das leistet, was sie soll.“ Sinnvoll sei es, bereits vor der Umstellung durch den Provider auf IP-basierte Übertragungseinrichtungen umzurüsten. „Erfolgt das nicht, kann die Meldungsübertragung zu den Notruf- und Service-Leitstellen unterbrochen sein.“

Damit die Kunden mit einem herkömmlichen Telekommunikationsanschluss (Analog, ISDN, ISDN-DSL) so schnell wie möglich in Abstimmung mit Siemens auf All-IP umrüsten können, hat Building Technologies die technischen Lösungen bereitgestellt. „Auch die Umrüstung vieler Anlagen in kurzer Zeit ist eingeplant“, sagt Knapp, „wir werden allen betroffenen Kunden ein entsprechendes Angebot unterbreiten.“

Übrigens, die digitale Signalübertragung hat einen entscheidenden Nachteil: Bei Stromausfall sind die zur Übertragung notwendigen Router ohne Funktion. Die VdS Schadenverhütung GmbH rät daher zu einer Kombilösung aus drahtgebundener und funkbasierter IP-Verbindung (GPRS/UMTS oder LTE). Mit dem Funk-Ersatzweg bleibt die Übertragungseinrichtung auch bei Ausfall der drahtgebundenen Anlage meldefähig.